Bockshornklee - Wirkung und Anwendung

Bockshornklee, so genannt wegen der „gehörnten“ Form der kleinen Samen, ist eine winterharte Pflanze, die in der Mittelmeerregion und in Asien beheimatet ist. Hier wächst sie nicht nur wild, sondern wird auch seit der Antike planmäßig angebaut. Bekannt ist sie als Gewürz und vielseitiges Heilmittel bereits seit der Antike. Benediktinermönche machten sie auch in Mitteleuropa bekannt. Heilkundige wie Hildegard von Bingen oder Pfarrer Kneipp rühmten ihre hervorragende Wirkung als Hausmittel bei vielerlei Gebrechen. Ihre gesundheitliche Wirkung kann man schlichtweg als phänomenal bezeichnen, was einem Großteil der Bevölkerung völlig unklar ist. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Trigonella Foenum Graecum, im englischen Sprachgebrauch entstand daraus „fenugreek“. Die Pflanze gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler, enge Verwandtschaft besteht zum Schabzigerklee.

Bockshornklee Kapseln

Hierzulande ist Bockshornklee bzw. Bockshornkleesamen bisher noch kaum bekannt, doch allmählich machen ihm seine Eigenschaften als Gewürz und pflanzliches Heilmittel für vielerlei Leiden einen Namen.

Koch-Experten wissen es längst: Die aromatisch duftenden Bockshornkleesamen sind ein essentieller Bestandteil vieler Curry-Mischungen von Indien bis zu den arabischen Ländern. Als Brot- und Käsegewürz waren sie im Mittelalter bereits in Mitteleuropa bekannt und werden auf diese Weise bis heute verwendet. Die genügsame Pflanze wird in Asien als Viehfutter angebaut, man verwendet sie aber auch praktisch mit „Stumpf und Stiel“ in der Küche: Bockshornkleeblätter ergeben auch schmackhaftes Gemüse oder Salat.

Was die heilende Wirkung betrifft, so bestätigen bereits erste wissenschaftliche Studien die jahrtausendealten Erfahrungen. Wie bei vielen traditionellen pflanzlichen Arzneien, werden mit modernen Methoden die wirksamen Inhaltsstoffe erst nach und nach enthüllt und in ihrer Wirksamkeit bestätigt.

Wer zum ersten Mal mit dem breiten Wirkspektrum von Bockshornklee konfrontiert wird, reagiert skeptisch. Jahrtausendealte Erfahrungen bestätigen jedoch die Wirkung und sind in den alten Büchern verschiedener Kulturen unabhängig voneinander niedergeschrieben worden.

Die wertvollen Inhaltsstoffe des Bockshornklees und ihre Wirkung

Die Bockshornkleesamen produzieren – etwa wie Floh- oder Leinsamen, Schleimstoffe, die mit einem Anteil von 30% enthalten sind. Wirksame Inhaltsstoffe auf je 100 Gramm Bockshornkleesamen sind

Vitamin A: Gut für den Zellschutz, die Sehkraft, bedeutsam als Radikalfänger.

Calciferol, bekannt auch als Vitamin D: Der Körper bildet es teilweise selbst, wenn die Haut der Sonne ausgesetzt wird. Eine zusätzliche Dosis über die Nahrung fördert die Knochenstabilität und hält das Immunsystem intakt. Insbesondere ältere Menschen haben einen erhöhten Bedarf, weil ihr Organismus die Substanz in geringerer Menge produziert.

Coenzym B12 oder Cobalamin: Im Körper dient es dem Zellschutz, der Nervenfunktion und der Blutbildung.

Steroidsaponine, insbesondere Diosgenin beziehungsweise dessen Vorstufe, Foenugraecin, ist ein pflanzliches Hormon, das im Übrigen auch in Yamswurzeln gefunden wird. Man verwendet es unter anderem bei der synthetischen Herstellung des Hormons Progesteron. Das Phytohormon aus dem Bockshornklee ähnelt dem menschlichen Hormon sehr stark und fördert oder reguliert vermutlich wirksam die körpereigene Hormonproduktion: Östrogen oder Prolaktin wirken auf Brustgewebe und Milchproduktion, Testosteron fördert die Muskelbildung und erhöht die Libido beim Mann.

Bitterstoffe wie die im Bockshornklee enthaltenen Trigofoenoside regen die Bildung von Magen- und Gallensäure an und damit auch den Appetit. Der Verdauungsvorgang verläuft schneller und effektiver. Die freigesetzten Gallensäuren sind in der Lage, Cholesterin zu binden.

Ätherische Öle sind vermutlich nicht nur für die aromatische Duft- und Geschmacksnote des Bockshornklee verantwortlich, sie wirken auch desinfizierend und antibakteriell. Bei Entzündungen der Hals-, Rachen- oder Mundschleimhaut beispielsweise lindern sie die schmerzhaften Beschwerden. Doch noch sind nicht alle Eigenschaften der ätherischen Öle im Bockshornklee dokumentiert.

Trigonellin, Vitamin B3 oder Nikotinsäure steht dringend im Verdacht, den Haarwuchs zu fördern – In Bockshornkleesamen ist die Substanz mit etwa 3% enthalten. Zusammen mit Diosgenin blockiert der Wirkstoff bestimmte Hormone, die zu Haarausfall führen, und schützen damit die Haarwurzeln.

Die Anwendungsgebiete

Noch sind nicht alle aus alter Zeit überlieferten Anwendungsmöglichkeiten des Bockshornklees wieder entdeckt, geschweige denn anhand wissenschaftlicher Untersuchungen dokumentiert worden. Nachgewiesen sind folgende heilende Wirkungen für Bockshornkleesamen:

Bockshornklee gegen Haarausfall

Das Zusammenwirken von pflanzlichen Hormonen und Vitaminen ist vermutlich die Ursache für die bereits aus der Antike überlieferte Wirksamkeit des Bockshornkleesamens gegen Haarausfall. Hilfreich ist beispielsweise ein Aufguss, der als Getränk oder auch Spülung zur Anwendung kommt. Ein schöner Nebeneffekt: Das Haar wird weich, glänzend und glatt, denn die Behandlung wirkt auch gegen Spliss.

Packungen aus frischen Bockshornkleeblättern, vermischt mit Wasser oder auch Kokosöl, die auf die Kopfhaut aufgetragen, oder eine Paste aus gemahlenem Bockshornkleesamen, mit Kokosöl zu einer Paste verrührt werden in die Kopfhaut einmassiert und jeweils etwa einer halben Stunde Einwirkungszeit wieder ausgewaschen. Das ist zwar umständlich, doch mit etwas Geduld stellt sich nach einigen Wochen neuer Haarwuchs selbst an bereits fast kahlen Stellen ein. Auch etwa zwei Tassen Tee täglich können sich bereits haarwuchsfördernd bemerkbar machen und diffusem Haarausfall Einhalt gebieten. Die Wirkung ist bereits in Studien bewiesen worden (siehe unseren Artikel Bockshornklee: Ein natürliches Mittel gegen Haarausfall).

Vermutlich kräftigen die in der Pflanze enthaltenen Proteine die Haarwurzeln. Dazu versorgt Bockshornkleesamen oder ein Aufguss davon den Organismus mit Vitalstoffen, die den Haarwuchs fördern. Denn er enthält unter anderem reichlich Vitamin B und C, sowie Eisen. Eine wichtige Rolle spielen wiederum die Phytohormone, die zum Schutz der intakten Haarfollikel beitragen.

Auch zu trockene Kopfhaut, Schuppen und sogar seborrhoische Dermatitis, eine unangenehme Entzündung der behaarten Hautbereiche, können mit Bockshornklee auf die beschriebene Weise mit guten Ergebnissen behandelt werden.

Bockshornklee gegen starkes Schwitzen

Wer stets sehr stark und zur Unzeit schwitzt, kann sich mit Bockshornklee Erleichterung verschaffen. Die Dosierung ist wie folgt: 12 Esslöffel Bockshornkleesamen werden mit einem Liter kalten Wassers angesetzt und mehrere Stunden lang eingeweicht. Der Sud wird einmal kurz aufgekocht und für Bäder und Waschungen verwendet (Lesen Sie hier mehr: Bockshornklee gegen Schwitzen).

Bockshornklee gegen Appetitlosigkeit

Das Aroma, die Bitterstoffe und die ätherischen Öle im Bockshornkleesamen fördern den Fluss von Magen- und Gallensäften und regen quasi über die Wahrnehmung den Appetit wieder an – das ist hilfreich bei Essstörungen, bei Menschen in der Rekonvaleszenz oder auch bei Älteren, deren Appetit- und Geschmacksempfinden sich häufig zurückbilden. Die Dosierung: Ein Esslöffel der Samen in Wasser eingeweicht vor einer Mahlzeit geben die Ess-Lust zurück (Weiterlesen: Bockshornklee gegen Appetitlosigkeit).

Bockshornklee als Appetitzügler

Umgekehrt lässt sich Bockshornklee auch zum Zügeln eines allzu großen Appetits zur Anwendung und hilft daher wirksam beim Abnehmen. Die Dosierung besteht in wenigen Tropfen flüssigen Bockshornklee-Extraktes auf etwa 100 ml Wasser oder Saft. Diese Mischung trinkt man auf nüchternen Magen. Das sorgt für ein nachhaltiges Sättigungsgefühl, und der eine oder andere „Nachschlag“ oder Griff zum süßen Snack zwischendurch entfällt.

Bockshornklee für die Potenz

Bockshornklee-Extrakt steigert nachweislich die körpereigene Testosteron-Produktion. Vermutlich sind auch in diesem Falle die enthaltenen Phytohormone die Ursache dafür. Erste wissenschaftliche Tests dokumentieren diese Wirkung. Auch Sportler schätzen Präparate mit Bockshornklee-Extrakt: Mehr Testosteron bedeutet auch, mehr Muskelmasse und entsprechend verbesserte Fettverbrennung. Die Dosierung von Bockshornklee-Kapseln oder Tabletten entspricht der jeweiligen Konzentration des Produktes und folgten den Anweisungen auf der Packung. Hier mehr Infos zur Wirkung auf die Potenz.

Bockshornklee verbessert das Blutbild

Bockshornklee gilt seit alter Zeit auch als blutbildendes Mittel - Vermutlich sind es die Anteile an Eisen und anderen Mineralien und Vitalstoffen, die diese Wirkung hervorbringen.

Bockshornklee bei Diabetes

Bockshornklee-Extrakt steht im Ruf, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Entgegen der Meinung vieler Skeptiker beweisen dies mittlerweile mehrere Studien. Die im Bockshornklee enthaltene Aminosäure 4-Hydroxy-Isoleucin war in der Lage, im Tierversuch über mehrere Wochen hinweg den Blutzuckerwert um beinahe 50% zu senken – ohne dabei den Insulinhaushalt zu beeinträchtigen. Auch die Blutfettwerte normalisieren sich dabei. 2012 wurden diese Studienergebnisse publiziert.

Wer an Diabetes oder einer Diabetes-Vorstufe leidet, sollte die unterstützende, milde Therapie mit dem pflanzlichen Heilmittel Bockshornklee mit dem behandelnden Mediziner absprechen. Die Dosierung eines wirksamen Getränkes daraus besteht aus 150 ml kaltem Wasser und 500 mg pulverisiertem Bockshornkleesamen. Das Ganze sollte mindestens zwei oder drei Stunden aufquellen. Nach dem Abseihen werden täglich etwa drei bis fünf Tassen des Gebräus getrunken.

Bockshornklee zur Milchbildung beim Stillen

Die Phytohormone im Bockshornklee kommen zum Einsatz, wenn es um eine bessere Milchbildung und störungsfreies Stillen geht: Die körpereigene Östrogen- und Prolaktin-Produktion werden dabei angeregt. Sehr schwach wirkt der übliche Stilltee, bei dem Bockshornkleesamen nur einer von mehreren Bestandteilen ist. Effektiver sind Bockshornklee-Kapseln – welche Mengen sich jeweils für junge Mütter empfehlen, sollte mit dem Arzt oder der Hebamme abgesprochen werden. In der Regel genügt eine Dosierung von etwa drei Gramm Bockshornklee-Extrakt täglich. (Weiterlesen: Bockshornklee zur Milchbildung beim Stillen)

Bockshornklee für Pferde und andere Haustiere

Bockshornklee ist in vielen Ländern sogar ein beliebtes Grünfutter für Vieh und Pferde. Bei anderen Nutztieren wird Bockshornklee häufig zur Mast eingesetzt. Die Samen oder ein Extrakt bei innerer Anwendung verhelfen schwerfuttrigen, kranken oder älteren Pferden wieder zu mehr Appetit. Verdauung und Nahrungsverwertung lassen sich damit deutlich verbessern, ebenso der Blutfluss. Ebenso wie beim Menschen können die Samen die Milchbildung fördern und wirken schleimlösend bei allen Arten von Erkrankungen der Atemwege. Bockshornklee-Öl als Futterzusatz fördert den Stoffwechsel und steigert damit die Vitalität und die Abwehrkräfte.

Bei Pferden (Hier mehr zur Wirkung auf Pferde) und anderen Haustieren lassen sich selbstverständlich auch Packungen und Auflagen aus Bockshornklee zur Behandlung von Wunden, Geschwüren oder Ekzemen benutzen. Vorsicht ist allerdings bei Katzen geboten: Sie reagieren hochempfindlich auf die Toxine in den ätherischen Ölen von Teebaumöl oder auch Bockshornkleesaat und man sollte bei ihnen auf diese Mittel verzichten.

Bockshornklee äußerlich gegen Erkrankungen der Atemwege und Hauterkrankungen

Mahlt man die Bockshornkleesamen und vermischt das Pulver mit Wasser zu einer Paste oder einem Brei, der kurz aufkochen sollte, erhält man ein gutes Mittel als Auflage gegen Entzündungen der oberen Atemwege, Rheumatische oder arthritische Schmerzen, Furunkel, Ekzeme und andere Hautprobleme. Die Packung wirkt dabei jeweils wärmend, lindernd und entgiftend.

Weitere mögliche Anwendungen

In der traditionellen Medizin fand Bockshornkleesamen in unterschiedlicher Aufbereitung häufig gegen Fieber, Magen- und Darmerkrankungen Drüsenschwellungen, Muskel- oder Gichtschmerzen Anwendung.

Die in Bockshornklee enthaltenen Schleimstoffe erfüllen eine Vielzahl wichtiger Funktionen: Diese quellen bei Kontakt mit Flüssigkeit stark auf und bilden eine viskose, also zähe, dickflüssige Masse, die krankes, entzündetes Gewebe schützend überzieht. Dies bedeutet unter anderem Schutz vor dem Eindringen weiterer Erreger. Zudem wird das betroffene Gewebe weich und feucht gehalten: Entzündliche Magen-Darmerkrankungen, Halsentzündungen oder Ekzeme und Wunden werden dadurch effektiv gelindert. Zudem sind die Schleimstoffe in der Lage, Säuren zu binden, eine Wohltat für einen geplagten, übersäuerten Magen. Erfahrungen zeigen, dass Schleimstoffe sich auch stabilisierend auf das Immunsystem auswirken.

Fazit: Sehr wertvolle Samen

Bockshornkleesamen nehmen unter den modernen, wirksamen pflanzlichen Haus- und Heilmitteln bereits wieder einen wichtigen Platz ein. In sehr wenigen Fällen können sie zwar zu allergischen Reaktionen führen, doch eine unerwünschte, negative Wirkung ist höchst selten.

Wer zertifizierte, gereinigte Produkte aus Bio-Landwirtschaft erwirbt, umgeht eine unerwünschte Belastung des Naturheilmittels mit Schadstoffen, Bakterien oder Bioziden und ist damit auf der sicheren Seite. Unerwünschte Nebeneffekte bleiben dann in der Regel aus.

Bei vielen Leiden und Erkrankungen rechtfertigt die milde Wirkung der Bockshornkleesamen einen ersten Versuch, bevor man zu Medikamenten greift. Bei schwerwiegenden Befindlichkeitsstörungen ist es ohnehin ratsam, einen Arzt zu konsultieren.

Bockshornklee Kapseln